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Sonntag - 24.02.2008 -
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OSTSEE-ZEITUNG.DE Dienstag, 21. Juni 2005 | Stadt und Land
Hannelore Krempin ist eine Frau aus Hohenfelde, die auf Treue setzt. Seit 42 Jahren ist sie verheiratet und seit 30 Jahren arbeitet sie im Kindergarten. Jetzt geht die beliebte Erzieherin in den Ruhestand.
Hohenfelde „Tante Hanne“ nennen sie die Lütten der Kindertagesstätte „Teichfrösche“ schlicht. Dass sie in wenigen Tagen nach 30 Berufsjahren in den Ruhestand geht, haben die wenigsten der 48 Mädchen und Jungen begriffen. „Die meisten glauben, ich fahre in den Urlaub. Abschied klingt auch so endgültig. Ich werde versuchen, immer mal reinzuschauen. Aber ein Einschnitt ist es schon“, gesteht Hannelore Krempin. Wie viele Kinder sie in den letzten drei Jahrzehnten an ihre Brust gedrückt, wie viele Tränen sie getrocknet und wie viel Trost sie gespendet hat, vermag sie nicht zu sagen. „Jedes Kind liegt mir am Herzen“, so die 60-Jährige.
Eltern und Kolleginnen schätzen ihre liebevolle, bescheidene Art und ihre Einsatzbereitschaft. „Wenn jemand krank wurde, sprang sie ein. Geht nicht, das gab es für sie nie“, betont Edith Dostal, die Leiterin der Kita. Hannelore Krempin habe die Arbeit stets gesehen, man musste nicht viel reden und erklären. „Wir werden sie vermissen“, so die Chefin.
Besonders die zwölf Jüngsten lieben sie. Mit Gerlinde Hexel kümmert sie sich speziell um diese Krabbler und Laufanfänger. In der Mittagszeit liest Tante Hanne dann den Größeren, die nicht zu schlafen brauchen, Märchen vor, bastelt oder malt mit ihnen.
Dass es Hannelore Krempin nach dem Austritt aus dem Berufsleben langweilig werden könnte, glaubt sie nicht. „Dafür habe ich zu viel zu tun. Mein größtes Hobby ist mein Garten.“ Auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück wachsen Blumen aller Art. „Besonders die Rosen brauchen viel Pflege“, so die Hohenfelderin.
Mit Reinhard, der seit 42 Jahren ihr Ehemann ist, will sie das Mehr an Freizeit genießen. „Dann stehen öfter Fahrten mit dem Tretboot auf dem Plan. Auf dem angemieteten Areal befindet sich ein Teich.“ Außerdem gebe es da noch die Kinder und vier Enkel, die sie immer gern um sich habe.
Und wenn ein bisschen mehr Ruhe einkehrt, die Gartenarbeit nicht mehr so drückt, hofft sie, öfter romantische Filme oder Krimis ansehen zu können. „Colombo, den mag ich als Kommissar am liebsten. Der wirkt zwar schrullig, ist aber topfit“, sagt sie lächelnd.
ANETT JONUSCHAT
Link: Zum Artikel in der Ostsee-Zeitung
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