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Donnerstag - 06.11.2008 - 15:11:22 Uhr
Umgehung: Kommt sie oder nicht?
KONTRA
OSTSEE-ZEITUNG.DE Freitag, 24. Oktober 2008 | Titelseite Bad Doberan
Gestern debattierte der Schweriner Landtag über den Bau der umstrittenen Ortsumgehung von Bad Doberan. Abends stellte ein Bundestagsabgeordneter klar: Noch gibt es gar kein Geld für den Bau.
Bad Doberan/Schwerin Die geplante Ortsumgehung für Bad Doberan kommt wieder ins Gespräch, ihr Bau wird unwahrscheinlicher. Die CDU im Landkreis beruft Beratungen ein, CDU-Kreischef Peter Stein spricht von einem „erkennbar unsinnig oder falsch geplanten Projekt“ und freut sich über einen „Stimmungswandel im Verkehrsministerium“ des Landes. Der wurde sichtbar, als gestern Abend der Landtag zum Thema diskutierte. Die Linkspartei hatte beantragt, dass sich die Landesregierung beim Bund dafür einsetzen solle, dass der Bau der Umgehungsstraße aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen wird. Der Antrag wird jetzt im Verkehrsausschuss behandelt. Die Begründung lieferte die Bad Doberaner Landtagsabgeordnete Birgit Schwebs: „Während Anfang der 90er-Jahre durchaus die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße bestand, haben sich die Rahmenbedingungen inzwischen geändert.“ Mit dem Bau der A 20 sei die Stadt vom Schwerlast- und Durchgangsverkehr entlastet worden, Kommunalvertreter und Bürgerinitiativen hätten sich dagegen ausgesprochen. „Deshalb müssen die Planungen gestoppt werden“, forderte Schwebs. Die Front der Umgehungs-Gegner ist breit. Geschlossen steht die Stadt allerdings nicht hinter dem Planungs-Stopp. Harry Klink, Stadtvertreter der FDP in Bad Doberan, nennt Argumente für das Projekt: „Der Bau der Moorbad-Klinik war eindeutig an den Bau der Umgehungsstraße gebunden. Die Sanierung des zugehörigen Kurparks wäre dann absurd. Der Park benötigt Ruhe und nicht den Lärm der B 105.“ Das Verkehrsaufkommen sollte Klink zufolge nach Fertigstellung der A 20 auf maximal 70 Prozent sinken. Derzeit betrage es bereits wieder 77 Prozent, wie Zählungen der Stadt und eine Auskunft des Landesstraßenbauamt Güstrow gezeigt hätten. Deshalb, sagte Klink, benötigt Bad Doberan endlich eine Ortsumgehung.
Am Abend meldete sich der Schweriner Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker zu Wort. Er stellte klar: „Für den Bau einer Umgehung gibt es weder Planungs- noch Baurecht.“ Der Eindruck, der Bund würde mit dem Bundesverkehrswegeplan die Planungen vorantreiben und gegen die Interessen der Stadt agieren, sei falsch. Richtig sei, dass das Vorhaben Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes 2003 – 2015 ist. Hacker: „Dieser Plan besitzt jedoch keine Rechtskraft.“ Der Bundesverkehrswegeplan werde in der nächsten Legislaturperiode sowieso neu erstellt und habe aktuell keine Wirkung für das umstrittene Projekt.
Harry Klink: „Kurort-Status in Gefahr“
„Städte müssen beruhigt, Stadtkerne verkehrsfrei werden. Der Kurortstatus ist kein Selbstläufer; davon lebt die Stadt, daran sind viele Arbeitsplätze gebunden, in Zukunft noch mehr. Lärm, Gummiabrieb und Feinstaub an der jetzigen B 105 liegen weit über den zulässigen Werten für Kurortanerkennung. Bad Doberan wird weiter an Attraktivität gewinnen und damit auch Zunahme des Verkehrs verkraften müssen – und muss deshalb vom Durchgangsverkehr entlastet werden.“
Birgit Schwebs: „Teure Planungen stoppen“
„Anfang der 90er-Jahre bestand durchaus die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße – inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen wesentlich geändert: Mit der A 20 fand eine Entlastung Doberans vom Schwerlast- und Durchgangsverkehr statt. Der anfängliche Konsens der Bevölkerung für den Bau der Umgehungsstraße existiert nicht mehr, die Kommunalvertreter von Bad Doberan, Reddelich, Retschow, Hohenfelde und die Bürgerinitiativen haben sich dagegen ausgesprochen.“
Link: Zum Artikel in der Ostsee-Zeitung
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