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Montag - 20.04.2009 - 09:09:21 Uhr
„In Krisenzeiten musst du dich aufstellen“
OSTSEE-ZEITUNG.DE | Dienstag, 20. Januar 2009 | Titelseite Bad Doberan
Seit 1990 ist sie auf dem Markt: die Bau- und Möbeltischlerei Schmidtke aus Ivendorf. Gestern Nachmittag übergab der gelernte Karosseriebauer Frido Schmidtke (57) im Landgasthof „Helgoland“ feierlich sein Firmenzepter an den Sohn und Tischlermeister Andreas Schmidtke (27). Ist das nicht sehr gewagt in diesen schwierigen Zeiten? „Es gibt einen Wirtschafts-Grundsatz: In Krisenzeiten musst du dich aufstellen, damit du in guten Zeiten da bist. Hinzu kommt, dass im Tourismus, dem Hauptzweig in unserer Region, steigende Tendenzen zu sehen sind. Entsprechend wächst der Bedarf an Möbeln und solchen Arbeiten, wie wir sie anbieten“, ist Frido Schmidtke zuversichtlich.
Über Jahre bauten er und seine Leute Treppen – weit über 500. Bei einer einzigen war die Wange (Seiten, wo die Stufen drin stecken) geplatzt, weil die Betondecke noch zu nass war. Ansonsten gab es keine Beschwerden, erzählt der Senior. Dann kamen mit dem Sohn immer mehr die Möbel ins Geschäft. Meistens Einzelstücke: Küchen nach Wunsch, Schränke aller Art. Letztes Jahr wurde im Hotel „Nienhäger Strand“ in Nienhagen gar die gesamte obere Etage mit neuen Möbeln ausgerüstet. Mitinhaberin Gudrun Duschek ist damit sehr zufrieden. Sie und ihr Mann Peter (59) legen besonderen Wert darauf, dass sie stets Firmen aus der Region beschäftigen. Dabei wurden sie bislang auch nicht enttäuscht, sagt die 53-Jährige.
Frido Schmidtke lernte im Fahrzeugbau Parkentin als Karosseriebauer und war dort dann 16 Jahre lang tätig. Auch da hatte er schon Kontakt mit seinem späteren Werkstoff: „Einst wurden doch auch die Karosserien von Framo, F8, P 70 sowie vom H3A-Lkw aus Holz gebaut und dann mit Blech beschlagen, oder Kunstleder – je nachdem.“ Jetzt arbeitet der ehrenamtliche Vize-Bürgermeister von Hohenfelde als Berater und Gutachter für Bauherren weiter und übergab die schuldenfreie Tischlerei mit drei Beschäftigten (darunter einem Lehrling) mit gutem Gewissen endgültig seinem Sohn. Der lernte das Handwerk zwei Jahre lang in Kröpelin bei Tischler Stern und ein Jahr bei Vater Frido. Der Meister folgte 2005. Andreas ist stolz, dass er nun das Werk des Vaters mit eigenen Ideen fortsetzen kann. T. HOPPE
Link: Zum Artikel in der Ostsee-Zeitung
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